März 2012
Jeder Kunsthandwerker möchte, dass die Menschen seine Werke sofort erkennen und bewundern, richtig?
Falsch! Es gibt Menschen, die am glücklichsten sind, wenn man ihre Arbeit eben nicht auf den ersten Blick erkennt - z.B. den Glasaugenhersteller oder auch Ocularist genannt.
Bei einem solchen, Thorsten Meyer aus München, waren wir zu Besuch in der Werkstatt und durften beobachten und fotografieren, wie aus einem Glasröhrchen nach und nach ein künstliches Auge entsteht.....faszinierend!
Und ich war tief beeindruckt - bitte, ihr lieben Glaskünstler, nicht böse sein - aber ein Ocularist ist ein wahrer Meister, denn er muss ja quasi ein Duplikat eines schon vorhandenen Augapfels herstellen, nicht nur die Farbe der Iris, sondern auch die Maserung, die verschiedenen Weißtöne der Lederhaut, auch weiße Augenhaut genannt und die Blutgefäße, die darauf zusehen sind.
Herr Meyer, dieser ruhige, symphatische Kunsthandwerker hat mit seiner Kunst schon viele Menschen wieder zu glücklicheren Menschen gemacht....in meinen Augen eine geniale Kombination bei einem Beruf:
Kreativität, handwerkliches Können und die Tatsache, das Leid der Menschen, die schon mit dem Sehverlust kämpfen müssen, wenigstens dadurch lindern zu können, dass sie sich wieder in die Öffentlichkeit wagen können.
Übrigens habe ich immer gedacht, dass Kunstaugen kugelförmige Gebilde sind, die man in die Augenhöhle pfloppen lässt....peinlich, peinlich....Die leere Augenhöhle wird mit körpereigenem Material gefüllt, das mit Blutgefäßen und Muskeln verbunden wird und darauf wird dann das linsenförmige neue Auge gesetzt.
Und so kann man dann auch die Augenbewegungen weiterhin ausführen!
Frau lernt nie aus....
Weitere interessante Fotos wieder auf folgender Website:

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